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Bericht des Rektors 2012

30 Die Forschungscluster der TU Ilmenau | Technische und biomedizinische Assistenzsysteme sieben europäischen Ländern entwickelten Wissenschaftler der TU Ilmenau die Steuerung des Roboters und Technologien, die es ihm ermöglichen, interaktiv mit der zu betreuenden Person zu kommu-nizieren. In erstmals mehrwöchigen Feldtests mit Senioren in einer SmartHomes-Testumgebung in den Niederlanden demonstrierten sie die Alltagstauglichkeit robotischer Assistenztechnologien und deren Nutzbarkeit auch durch Nicht-Experten. Im Fokus der Forscher, die technische Assistenzsysteme entwickeln, stehen die Organisation von Produktion und Fertigungstechnik, die Qualitätssicherung und Innovationen in der Fahrzeugtechnik. Die stetige Zunahme der Mobilität führt sowohl im Straßen- als auch im Luftverkehr zu einer wachsenden Überlastung der bereits heute stark beanspruchten Transportrouten. Dadurch werden Zusammen-stöße nicht nur häufiger, sondern auch gefährlicher. Dagegen helfen Assistenzsysteme, die schneller und zuverlässiger reagieren als der Mensch. Längst im täglichen Einsatz sind Verfahren zur Erhöhung der passiven Sicherheit im Straßenverkehr und zur Vermeidung von Kollisionen, etwa Bremsassistenten, ESP, Abstandsregelung oder Lane-Assist. Die Ilmenauer Forscher arbeiten an Systemen, die auf Videotechnologie basieren, etwa zur Warnung vor Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Eine an der TU Ilmenau und am Fraunho-fer- Institut für Digitale Medientechnologie entwickelte Technolo-gie, die den Sekundenschlaf verhindert, befindet sich bereits in der Produktentwicklung. Da unsere Bevölkerung immer mehr altert, es aber gleichzeitig zu wenig qualifiziertes Pflegepersonal und finanzielle Mittel gibt, wächst der Bedarf an technisch-organisatorischen Assistenz- und Pflegesystemen rasant. Sie sorgen im häuslichen und im öffentli-chen Bereich für Unterstützung – für die älteren Menschen ebenso wie für deren Helfer. Immer mehr Menschen haben alterstypische Schwächen wie eingeschränkte Bewegungsfähigkeit, Seh- und Hör-schwächen oder reduzierte mentale und intellektuelle Fähigkeiten, etwa bei einer Demenz. Unsere Wissenschaftler entwickeln Assis-tenzsysteme, die alternde Menschen (das sind wir alle), Ältere und Pflegebedürftige zu Hause, aber auch in Pflegeeinrichtungen unab-hängiger von Pflegediensten machen und ihnen so ihre Selbststän-digkeit erhalten oder wiedergeben. „Unsere Service-Roboter unterstützen ältere Menschen im Alltag.“ Eine neue Herausforderung ist die Erhaltung der Mobilität im Nahbe-reich für die „Generation 50+“. 2012 haben wir die Erprobungsphase eines neu entwickelten interaktiven, mobilen Roboterbegleiters zur Unterstützung von allein lebenden, unter leichter Demenz leidenden Personen in deren gewohnter häuslicher Umgebung erfolgreich ab-geschlossen. In dem EU-Projekt CompanionAble mit 18 Partnern aus


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