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Bericht des Rektors 2012

26 Die Forschungscluster der TU Ilmenau | Präzisionstechnik und Präzisionsmesstechnik FORSCHUNGSCLUSTER Präzisionstechnik und Präzisionsmesstechnik Immer kleinere Objekte in immer größeren Raumbereichen mit extremer Genauigkeit und höchster Positioniergeschwindigkeit zu beherrschen – das ist das hochgradig ambitionierte technologische Ziel des Forschungsclusters Präzisionstechnik und Präzisionsmesstechnik. Im Jahr 2012 sind die Wissenschaftler diesem Ziel ein weiteres Stück näher gekommen. Die Arbeit des Forschungsclusters Präzisionstechnik und Präzi-sionsmesstechnik vollzieht sich im Wesentlichen im Sonderfor-schungsbereich 622 Nanopositionier- und Nanomessmaschinen, zu dem sich im Jahr 2002 dreizehn Fachgebiete der TU Ilmenau zusammengeschlossen hatten und der nun bereits zum dritten Mal nacheinander von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Im SFB 622 arbeiten unter der Leitung von Prof. Eberhard Manske über 40 Wissenschaftler interdisziplinär an der nanometergenauen Positionierung und Messung dreidi-mensionaler Objekte unter anderem in den Zukunftsfeldern Präzisionsoptik, Halbleitertechnik und Mikromechanik. Die hier entwickelten Nanopositionier- und Nanomessmaschinen errei-chen in immer größeren Messbereichen eine Auflösung von nur 80 Pikometern, das sind 80 Milliardstel Millimeter – kein Gerät weltweit ist genauer. Weitere Forschungsgebiete sind die Charakterisierung metalli-scher und nichtmetallischer Schmelzen, die weltweit einzigartige interdisziplinäre Zusammenarbeit auf dem Gebiet neuartiger Strömungsmess- und Materialprüfverfahren und ultrapräzise Kraftmess- und Wägetechnik. In diesem Bereich wurde 2012 das 1,4 Millionen-Euro-Projekt „Neuartige Anwendungsfel-der innovativer Kraftmess- und Wägetechnik“ gestartet, das im Rahmen der Förderaktivität „InnoProfile-Transfer“ des Bun-desforschungsministeriums für fünf Jahre gefördert wird. Vier Unternehmen beteiligen sich mit 20 Prozent an der Finanzierung des Projekts. Der Fokus der Wissenschaftler liegt auf hochgenau-en Wägesystemen nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation und neuartigen Anwendungsfeldern für die Präzisionsmesstechnik, wie die Untersuchung von Kraft-Weg- Kennlinien oder die Messung kleinster Neigungen. Im Rahmen des „InnoProfile-Transfer“-Programms als Bestandteil der Inno-vationsinitiative „Unternehmen Region“ der Bundesregierung werden solche öffentlichen Forschungsarbeiten in den Neuen Länder gefördert, die gemeinsam mit Unternehmen durchge-führt werden, die das wirtschaftliche Kompetenzprofil ihrer Re-gion prägen und deren Markt- und Technologieentwicklung ein besonderes Potenzial aufweisen. Integrierender Bestandteil des Forschungsclusters Präzisions-technik und Präzisionsmesstechnik ist die Stiftungsprofessur Prä-zisionsmesstechnik, die 2008 durch den Stifter, die Sartorius AG, an unserer Universität eingerichtet wurde. TU Ilmenau und Sartorius AG, zu der eine über 20-jährige enge Zusammenar-beit besteht, entwickelten gemeinsam die derzeit genaueste Komparatorwaage der Welt. Die Stiftungsprofessur ist wissen-schaftlichen Einrichtungen der Universität angegliedert, die auf dem Gebiet der Nanopositionier- und Nanomesstechnik und der Kraftmess- und Wägetechnik den Weltstand der Forschung bestimmen: Dem Institut für Prozessmess- und Sensortechnik der Fakultät für Maschinenbau und dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereich Nanopositionier- und Nanomessmaschinen. Ein DFG-Gutachter-gremium bezeichnete den SFB 622 nach sieben Jahren Förde-rung als „Leuchtturm mit unerreichter Präzision“. „Die Auflösung unserer Maschinen von 80 Milliardstel Millimeter bedeuten Weltrekord.“


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