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Bericht des Rektors 2012

DER CAMPUS Gleichstellung Das Thema Chancengleichheit ist integraler Bestandteil der Struktur- und Entwicklungsplanung der TU Ilmenau. Unser Bestreben ist es, Gender Mainstreaming, also eine Politik umfassender Gleichstellung, in allen Prozessen des universitären Lebens umzusetzen und Frauen insbesondere in den Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, gezielt zu fördern. Ein Höhepunkt des Jahres 2012 war die erneute Zuerkennung des TOTAL E-QUALITY-Prädikats, das von den Bundesministerien für Familien, Senioren, Frauen und Jugend sowie für Bildung und Forschung gefördert wird. Nach 2006 und 2009 wurde der TU Ilmenau bereits zum dritten Mal gute Fortschritte in der Gleich-stellungsarbeit bescheinigt. „Ein Genderprojekt von sieben Hochschulen wird von der TU Ilmenau angeführt.“ Die Arbeiten des Gleichstellungsrates zielten im Jahr 2012 vor allem darauf ab, junge Frauen für naturwissenschaftlich-techni-sche Studiengänge zu gewinnen, die Lehre genderspezifisch zu verbessern und Genderforschungsthemen in den Fachbereichen der Universität zu etablieren. Dabei stand zum Jahresbeginn ein Wechsel an der Spitze des Gleichstellungsrates an: Dr. Karin Bieske löste Silke Augustin im Amt der Gleichstellungsbeauftragten ab und leitet seitdem den Gleichstellungsrat. Aus dem Hochschulson-derprogramm 2020 wurden verschiedene Projekte mit insgesamt 84 000 Euro finanziert. So erhielten neun junge Wissenschaftle-rinnen der TU Ilmenau mit Kongressreisestipendien die Möglich-keit, ihre Arbeit bei internationalen Tagungen und Kongressen zu präsentieren. Ebenso finanzierte der Gleichstellungsrat 2012 zwei Studienmarketingprojekte: Mit einer Umgestaltung der Informa-tionen für den Studiengang Maschinenbau werden gezielt junge Frauen angesprochen und an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik wurde ein Leitfaden zur gendergerechten Gestaltung des Webauftritts erarbeitet. Im Oktober 2012 fand in Erfurt die zweitägige Abschlusstagung des Projekts GeniaL statt, in dem Silke Augustin seit 2009 die Arbeit von sieben Thüringer Hochschulen koordiniert hatte. Mit dem Ziel, die Hochschullehre geschlechtersensibel zu gestalten, untersuchte das Fachgebiet Medienpsychologie und Medienkon-zeption der TU Ilmenau unter der Leitung von Prof. Nicola Döring die institutionellen Rahmenbedingungen der Hochschulen und entwickelte praxisnahe Gendermaßnahmen. Unter dem Motto „Innovativ lehren – Gender in der akademischen Lehre“ wurden bei der Abschlusstagung die Ergebnisse des GeniaL-Projekts ei-nem deutschlandweiten Publikum vorgestellt. Aufgrund der gro-ßen Nachfrage nach dem Online-Kurs „Gender und Diversity im Berufs- und Privatleben“, der in dem Projekt entwickelt worden war, wurde, finanziert durch den Gleichstellungsrat, ein Aufbau-kurs „Gender und Diversity 2“ erarbeitet. Die Thüringer Koordinierungsstelle Naturwissenschaft und Tech-nik (Thüko), ein gemeinsames Projekt der Thüringer Hochschulen mit Sitz an der TU Ilmenau, führte 2012 zahlreiche Veranstal-tungen durch, um den Anteil junger Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen zu erhöhen. Die Cam-pusThüringenTour in den Osterferien führte Schülerinnen an alle Thüringer Hochschulen, die entsprechende Studienrichtungen anbieten. Während der Sommeruni konnten Schülerinnen erste Uniluft schnuppern und beim Speed Dating mit MINT-Studentin-nen erfuhren sie aus erster Hand wie interessant ein solches Stu-dium ist und weshalb es sich lohnt, ein solches Fach zu studieren. 170 Der Campus | Gleichstellung


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